Der Segen Deutschlands für die Welt

Der Good Country Index will den Beitrag von Einzelstaaten zum globalen Gemeinwohl ermitteln- mittels Big Data

Das Quellenmaterial kommt neben NGOs überwiegend von der UNO und anderen internationalen Organisationen. Betreiber Simon Anholt hat die Informationen in 35 Datensätzen aufbereitet, mit Indikatoren wie Internationale Verträge, Umweltverschmutzung, Militäraktionen. Aber auch weiche Indikatoren wie die Anzahl von Nobelpreisträgern oder der Export von wissenschaftlichen Fachzeitschriften wurden aufgenommen.

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Neben dem allgemeinen Ranking gibt es 7 Einzelranglisten mit unterschiedlichen Kategorien. So kommt Deutschland im allgemeinen Ranking auf Platz 13 (Platz 1: Irland; USA: Platz 21). Doch aussagekräftiger erscheinen die Einzelranglisten: So belegt Deutschland Platz 1, was seinen Beitrag zur „World Order“ betrifft. Hierbei wurden Faktoren gewertet wie die Zahl der unterzeichneten UN-Verträge, Wohltätigkeitshilfe oder die Aufnahme von Flüchtlingen (der Faktor, der in dieser Reihe den geringsten positiven Ausschlag hat).

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Gleichzeitig belegt Deutschland einen eklatant schlechten 109. Platz (!), wenn es um internationale Friedens- und Sicherheitspolitik geht. Die wenig überraschenden Faktoren für das schlechte Abschneiden sind die deutschen Waffenexporte und das Agieren bei internationalen gewaltsamen Konflikten (wobei ein Zusammenhang nicht ausgeschlossen werden kann). So gut wie gar nicht fällt dabei Deutschlands Beteiligung an Friedenstruppen ins Gewicht. Überraschend mag erscheinen, dass die deutsche Internetsicherheit ebenfalls zum schlechten Ergebnis beiträgt.

Man mag die Ergebnisse im Einzelnen infrage stellen, etwa wenn ein Land wie Ägypten in derselben Kategorie der Friedens- und Sicherheitspolitik Platz 1 belegt (Platz 68 insgesamt). Andererseits kann man daraus ableiten, dass im Gegensatz zu Deutschland Ägypten eben keine sonderliche Gefahr für den Weltfrieden darstellt. Der Good Country Index liefert immerhin eine erfrischend andere Sicht auf die Welt als es konventionelle oder nationale Erhebungen tun, die Faktoren wie bspw. Wirtschaftswachstum, Demokratieentwicklung oder Transparenz pro Staat messen und nicht die Effekte nationaler Politik und nationalen Handelns auf den Rest der Welt berücksichtigen.

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