Aus dem #CDU-Wirtschaftsflügel: Vermögende sollten mehr Kinder haben als Nicht-Vermögende

In der Debatte um Thomas Pikettys politische Thesen zur Ungleichheit und der Einführung einer (weltweiten) progressiven Kapitalsteuer meldet sich auch der Bundesvorstand der Mittelstands-und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU (MIT) zu Wort. Stephan Werhahn, Enkel von Konrad Adenauer und Ständiger Gast des Bundesvorstands, fordert im Vorwort zu einer Piketty-Kritik von Ulrich Horstmann: Statt progressiver Kapitalsteuer könnte gegen die Ungleichheit auch helfen, wenn Vermögende mehr Kinder hätten als Nicht-Vermögende, weil dann die Erbschaften geteilt würden.

Werhahn sieht die Gefahr, dass durch die Diskussion um Pikettys Thesen zur Ungleichheit „wieder große Teile der Bürger den falschen Propheten und sozialistischen Schlaraffenländern nachlaufen.“

„Die wichtigere Frage ist, wie viele Menschen teilen sich die Lohn- und Kapitaleinkommen in welchem Verhältnis bzw. wie kann die Zahl der abhängig Beschäftigten sinken und die der Vermögensbesitzer steigen?“

Werhahn schlägt dazu vier Punkte vor:

1.) mehr Menschen an Kapitalrenditen beteiligen, z.B. durch Aufbau eines Rentenkapitalstocks oder Aktienerwerb.

2.) tarifpolitisch, um die Kapitalbeteiligung in Arbeitnehmerhand zu verbessern.

3.) mehr vertikale Durchlässigkeit („vom Tellerwäscher zum Millionär“) durch bessere Bedingungen für Unternehmensgründungen.

4.) „schließlich hilft es, wenn die Vermögenden mehr Kinder als die Nicht-Vermögenden haben, weil dann die Erbschaften geteilt werden.“
Dieser letzte Vorschlag erinnert an die Debatte, dass in Deutschland die Falschen die Kinder kriegen. Stephan Werhahn gehört der Familie Werhahn an, laut Manager-Magazin die 7. reichste Familie Deutschlands (2,6 Mrd. Euro in 2009). Die Werhahn-Gruppe ist ein Mischkonzern in den Branchen Baustoffe, Schneidwaren, Mehl, Backmittel, Immobilien und Finanzdienstleistungen. Sein Vorschlag, mehr Kinder bei Vermögenden, weil dann die Erbschaften geteilt würden, hätte den familienunternehmerischen Vorteil, dass das Vermögen so im Clan verbliebe und würde gleichzeitig die politische Forderung (scheinbar) erfüllen, dass formal mehr Menschen sich die Kapitaleinkommen teilen würden.
Wie Werhahn seine Vorschläge, insbesondere den familienpolitischen nach mehr Kindern bei Vermögenden, umsetzen will, führt der 2013 kurz als Spitzenkandidat der Freien Wähler gehandelte und dann wieder zur CDU zurückgekehrte nicht aus. Unsere Anfrage hierzu hat Stephan Werhahn bisher nicht beantwortet.

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